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Eine '''Frage''' ist eine , die eine ''Antwort'' herausfordert. ?Frage und Antwort? bilden ein Begriffspaar, wobei die Frage im einfachsten Fall vorab in Form eines Fragesatzes geäußert wird. Direkte Fragen (z. B. ?Wie alt sind Sie??) enden in der Schreibung im Deutschen stets auf ein Fragezeichen. Formal-linguistisch betrachtet ist die Antwort dann ein Satz oder Satzteil, der eine Leerstelle ausfüllt, die in der Frage als ''Fragewort'' oder gesprochen als fragende ''Intonation'' erscheint. Aber auch ''Bitten'' (verstanden als höflich vorgetragener Wunsch) oder ''Aufforderungen'' (Befehle, Anweisungen zu bestimmten Handlungen) können die Form von Fragen annehmen, die die Befragten unmittelbar zur praktischen Ausführung veranlassen, sodass Antworten in diesen Fällen keine sprachlichen Entitäten (mündliche Erwiderungen) sein müssen.

Fragen als Kommunikationsmittel

Die Rolle der Frage in der Kommunikation bestimmt die linguistische Pragmatik als Sprechakte, speziell als illokutive Akte. Nicht alle Fragesätze haben denselben Aufforderungscharakter wie direkte Fragen, so zum Beispiel rhetorische Fragen, bei denen die eigentliche Aufforderung vom propositionalen Gehalt des Fragesatzes abweicht (eine Form der Ironie). Indirekte Fragen berichten nur den Inhalt einer Frage, äußern die Aufforderung aber nicht ausdrücklich (z. B. ?Mich würde interessieren, wie alt Sie sind.? spricht den Wunsch nach Information aus, aber keine direkte Aufforderung an das Gegenüber, diese preiszugeben).

Fragen als Mittel zur Machtausübung

Nach .'' Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1980, S. 317?323 (Frage und Antwort), S. 335 ff (Der Befehl), ISBN 3-596-26544-4.</ref>

Fragen als Managementinstrument

Fragenkataloge oder Anforderungskataloge werden bei vielen Managementsystemen und in der Politik zur Zertifizierung eingesetzt und um zu beurteilen, ob das jeweilige Ziel erreicht ist. Sie dienen dazu, die Einhaltung von Standards zu kontrollieren oder Systeme vergleichbar zu machen (siehe auch Benchmark).

Fragenkataloge

In diesem Abschnitt werden verschiedene Fragesituationen mit ihren charakteristischen Fragekomplexen aufgelistet. Für verschiedene Bedeutungstypen von Fragen siehe die Einteilung unter Fragesatz.

Politische Fragen

In der Politik steht ?Frage? oft als als Begriff, nicht nur im Politischen, etabliert.

Im Parlamentarismus ist die Fragestunde ein regelmäßig stattfindender Tagesordnungspunkt, bei dem die Abgeordneten mündliche Fragen an die Exekutive stellen können.

Kardinalfrage

Juristen beurteilen ihnen unterbreitete Sachverhalte des Zivilrechts anhand der Frageformel: ?Wer will was von wem woraus??

So wird schnellstmöglich klar,
  • um wessen Interessen es geht (wer)
  • welches Begehren, z. B. Leistung, Feststellung, Gestaltung, abstrakt in Betracht kommt (will)
  • um welchen Anspruchsinhalt es konkret geht (was)
  • wer Gegner oder Partner ist oder sein soll (von wem)
  • welche Anspruchsgrundlagen das Begehren decken können (woraus).

Journalistische Darstellung

Die klassische Nachricht beantwortet die Fragen ''Wer?'', ''Was?'', ''Wann?'', ''Wo?'', ''Wie?'' und ''Warum?'' in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit. Beispiele:
  • ''Die Bundeskanzlerin ist gestern nach Peking gereist, um in Begleitung deutscher Wirtschaftsvertreter mit dem chinesischen Staatspräsidenten Fragen des Wirtschafts- und Kulturaustausches zu erörtern.''
  • ''Ein Unbekannter hat gestern Nacht die Tür einer Domkapelle mit einer Brechstange zerstört. Aus dem Gotteshaus wurde nichts entfernt. Polizei und Kirchenverwaltung stehen vor einem Rätsel.''

Menschheitsfragen

Bestimmte umstrittene Probleme, die die conditio humana betreffen und sich zwar als Bedürfnis stellen, werden als die Menschheitsfragen bezeichnet.

Wissenschaftliche Fragen

Ein Forschungsprojekt muss sich durch folgende Fragen bestimmen lassen:
  • Was ist das zu lösende Problem?
  • Welche Annahmen habe ich über das Problem?
  • Wie definiere ich den Untersuchungsgegenstand?
  • Wie ist der Gegenstand? (beschreibende, ?deskriptive? Aussagen)
  • Warum ist der Gegenstand (so)? (erklärende, ?kausale? Aussagen)
  • Wie wird sich der Gegenstand künftig entwickeln? (voraussagende, ?prognostische? Aussagen)
  • Wie bewerte ich den Gegenstand? (bewertende, ?normative? Aussagen)
  • Was sollte man in Bezug auf den Gegenstand tun? (empfehlende Aussagen)

Fragetypen

Interviews in Sozialforschung und Journalistik

In Interviews und nehmen Frage eine methodische Stellung ein bzw. werden bzgl. ihres methodischen Werts beurteilt. Eine zu schulende Fragetechnik kann je nach Zielvorgabe die Tendenz zu bestimmten Antworten verstärken bzw. solche verzerrenden Effekte zugunsten einer Ermittlung unbekannter Gegebenheiten vermeiden, diese Genau bestimmen oder diese explorativ "abtasten". Man unterscheidet verschiedene Typen von Fragen:

Geschlossene Frage
Solche Fragen lassen sich in der Regel relativ kurz und eindeutig beantworten. Diese Fragen lassen sich grundsätzlich mit ja/nein beantworten. Zum Beispiel: ?Sind Sie verheiratet??
Offene Frage
Diese Fragen lassen sich in der Regel nicht mit einem Wort oder einem Satz beantworten. Beispiel: ?Was waren die entscheidenden Ereignisse in Ihrer Kindheit??
Alternativfragen
Alternativfragen (auch: Ja-Ja-Fragen) geben der befragten Person nur die Möglichkeit, zwischen zwei oder mehr vorgegebenen Antworten zu wählen. Sie werden deshalb gerne von Verkäufern jeglicher Waren und Dienstleistungen angewendet, um den Entscheidungsspielraum des Kunden zu schmälern (siehe ). Beispiel: ?Möchten Sie den Artikel lieber in weiß oder in schwarz??
Suggestivfrage
Eine vermeintlich richtige Antwort wird bereits in der Frage vorgegeben, meist indem eine Wertung (z. B. basierend auf einer Weltanschauung) in die Frage einfließt. Beispiel: ?Meinen Sie nicht auch, dass die Bundesregierung wegen ihrer miserablen Politik abgewählt werden sollte??
Rhetorische Frage
Es wird keine Antwort erwartet. Beispiel: ?Muss ich das schön finden??
Inquisitorische Frage (Fangfrage)
Es wird keine ?richtige? Antwort, sondern eine entschuldigende Rechtfertigung erwartet. Beispiel: ?Ihnen ist aber schon klar, dass dieses Verhalten gesetzeswidrig ist??

Siehe auch

  • Abfrage
  • Anfrage
  • Nachfrage
  • Sensitive Frage

Literatur

  • Aron Ronald Bodenheimer: ''Warum? von der Obszönität des Fragens.'' 2. Auflage. Reclam, Stuttgart 1985, ISBN 3-15-008010-X (= RUB 8010).
  • Aron Ronald Bodenheimer: ''Verstehen heißt antworten.'' Reclam, Stuttgart 1992, ISBN 3-15-008777-5 (= RUB 8777; überarbeitete Fassung der 1987 im Verlag Im Waldgut, Frauenfeld, erschienenen Erstausgabe, ISBN 3-7294-0023-1).
  • Anne Brunner: ''Die Kunst des Fragens.'' 2. Auflage. Hanser, München 2007, ISBN 978-3-446-41244-6 (''Pocket Power. Soft skills'').
  • Richard Geml, Hermann Lauer: ''Marketing- und Verkaufslexikon.'' 4., aktualisierte und vollständig überarbeitete Auflage. Schäffer-Poeschel, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-7910-2798-2.
  • Rolf-Michael Hahn, Nicolai Stickel: ''Gut gefragt ist fast gewonnen. Erfolgreiche Fragetechniken für Beruf und Privatleben.'' Rowohlt-Taschenbuch-Verlag, Reinbek bei Hamburg 2000, ISBN 3-499-60871-5 (''rororo. rororo-Sachbuch'').
  • Carmen Kindl-Beilfuß: ''Fragen können wie Küsse schmecken. Systemische Fragetechniken für Anfänger und Fortgeschrittene.'' Teil: Buch (aus Medienkombination). 2. Auflage. Carl-Auer-Verlag, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-89670-624-9.
  • Andreas Patrzek: ''Systemisches Fragen.'' 2. Auflage. Springer Verlag, Berlin 2017, ISBN 978-3-658-15851-4.
  • Rolf Porst: ''Fragebogen. Ein Arbeitsbuch.'' VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-531-15178-6 (''Lehrbuch. Studienskripten zur Soziologie'').
  • Maja Beckers: (Essay, 2020)

Weblinks

Einzelnachweise